wordXplainer - Das große DW-Lexikon
  1. Wort markieren
  2. Button klicken
  3. Erklärung lesen
 

Energie | 07.06.2008

Neuer Ölpreisschock

Nach dem neuen Rekord des Ölpreises von 139 Dollar zeigen sich die fünf größten Ölimportländer ernsthaft besorgt. Japan warnt vor einer Gefahr für die Weltwirtschaft.

In New York hat der Ölpreis erstmals die Marke von 139 Dollar pro Fass geknackt. An der Börse erreichte er am Freitag (6.06.08) den größten jemals verzeichneten Preissprung innerhalb eines Tages und ging mit einem Stand von 138,75 Dollar pro Fass aus dem Handel. Das war ein Zuwachs von 10,75 Dollar gegenüber dem Handelsschluss des Vortages. Die Schockwelle schickte zusammen mit schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt die New Yorker Börse in den Keller: Der Leitindex Dow Jones brach um 3,13 Prozent auf 12.210 Punkte ein und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 19. März. Der Tagesverlust war sogar der höchste seit Februar 2007.

 

Große Ölimportländer berunruhigt

 

"Ernsthaft besorgt" zeigten sich auch die Energieminister der fünf größten Ölimportländer über die höhen Ölpreise. Diese seien weder im Interesse der Öl verbrauchenden Länder, noch im Interesse der Förderländer, erklärten die Minister nach einem Treffen in der japanischen Stadt Aomori am Samstag. An der Tagung nahmen die Energieminister Japans, der USA, Chinas, Indiens und Südkoreas teil.

 

Japan warnt

 

Der japanische Wirtschaftsministers Akira Amari warnte bei dem Treffen sogar vor einer Gefahr für die globale Wirtschaft. Abgesehen von der Frage der Energiesicherheit berge der Ölpreis "große Risikofaktoren für eine Rezession der Weltwirtschaft", sagte Amari. Der amerikanische Energieminister Samuel Bodman sah trotz der enormen Preissprünge keine Ölkrise, auch wenn der hohe Ölpreis "ein Schock" sei. Marktregulierungen seien aber nicht notwendig.

 

Die Ministerrunde in Aomori forderte zudem, die Öl produzierenden Länder müssten mehr in die Öl- und Gasentwicklung investieren und die Förderung erhöhen. Beim Streitpunkt Preissubventionen gab es keine nennenswerte Entwicklung. Hier konnten sich die Minister nicht dazu durchringen, eine Abschaffung der Subventionen zu beschließen, wie Indien und China klarstellten. Man sei sich nur einig in der Notwendigkeit einer Abschaffung solcher Subventionen.

 

USA wollen Senkung der Subventionen

 

Vor der Unterredung hatte Bodman ein Ende von staatlichen Treibstoff-Bezuschussungen gefordert: "Wir wissen, dass die Nachfrage zunimmt, weil viele Nationen Öl immer noch subventionieren. Das sollte aufhören." Die Bemerkungen bezogen sich nach Ansicht von Beobachtern insbesondere auf Indien und China. Dort waren vor kurzem die Treibstoff-Preise zwar trotz Inflationssorgen in beiden Ländern erhöht worden, nach Auffassung von Experten aber nicht in dem Maß, um mit dem rasanten Anstieg des Ölpreises mitzuhalten.

 

Die Ölpreis-Spirale dürfte auch das G8-Treffen am Sonntag (8. 6. 2008) in Aomori beschäftigen. Dann nehmen Bodman und seine Kollegen an der Zusammenkunft der Energieminister der sieben größten Industrienationen plus Russland (G8) teil, zu denen auch China, Indien und Südkorea eingeladen sind. (kle)

 
 
Artikel bookmarken
del.icio.us
Mister Wong
Yigg
Webnews
Yahoo
Socializer

FeedbackVersendenDrucken

Weitere Schlagzeilen